Im Februar 1945 befand sich das Deutsche Reich militärisch in einer aussichtslosen Lage. Im Osten hatte die Rote Armee im Zuge der Weichsel-Oder-Offensive große Teile Polens erobert und stand kurz vor der deutschen Grenze. Im Westen drangen amerikanische und britische Truppen nach dem Scheitern der Ardennenoffensive weiter ins Reichsgebiet vor.
Dresden war zu diesem Zeitpunkt ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt mit Bahnanlagen, Industrie- und Verwaltungsstrukturen. Zudem befanden sich in der Stadt zahlreiche Flüchtlinge aus den östlichen Gebieten des Reiches. Die alliierten Planungen sahen vor, durch gezielte Luftangriffe Verkehrswege, Nachschubstrukturen und die Bewegungsfähigkeit deutscher Truppen zu beeinträchtigen. Die britische Bomberführung unter Air Chief Marshal Arthur Harris setzte dabei weiterhin auf Flächenbombardements zur Zerstörung städtischer Infrastruktur.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 griff die britische Royal Air Force (RAF) in zwei Wellen an. Zunächst wurden Sprengbomben abgeworfen, um Dächer abzudecken und Gebäude aufzubrechen, anschließend Brandbomben, die zahlreiche Feuer entfachten. Durch die dichte Bebauung der historischen Innenstadt entstand ein Feuersturm, der weite Teile Dresdens erfasste.
Am 14. Februar folgten Tagesangriffe der US-amerikanischen 8. Luftflotte. Weitere Einsätze am 15. Februar richteten sich unter anderem gegen Bahnanlagen im Raum Dresden. Insgesamt wurden mehrere tausend Tonnen Bomben abgeworfen.
Besonders betroffen waren die Altstadt mit Bauwerken wie der Frauenkirche Dresden, dem Zwinger und dem Residenzschloss. Die Frauenkirche stürzte am 15. Februar infolge der starken Hitzeentwicklung ein. Große Teile des historischen Stadtbildes wurden zerstört.
Die Zahl der Todesopfer war lange Zeit Gegenstand kontroverser Debatten. Zeitweise kursierten stark überhöhte Angaben, die bis in den sechsstelligen Bereich reichten. Neuere historische Untersuchungen, unter anderem durch eine von der Stadt Dresden eingesetzte Historikerkommission, gehen von etwa 25.000 Todesopfern aus. Viele der Getöteten waren Zivilisten, darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen sowie Flüchtlinge.
Rund 75 Prozent der Innenstadt wurden zerstört. Zahlreiche Kulturdenkmäler gingen verloren oder wurden schwer beschädigt. Die materielle und kulturelle Zerstörung war immens.
Die Bewertung der Bombardierung Dresdens ist bis heute umstritten. Historiker diskutieren, inwieweit die Angriffe militärisch notwendig waren oder primär der Demonstration alliierter Luftüberlegenheit dienten. Befürworter der militärischen Argumentation verweisen auf Dresdens Rolle als Verkehrsknotenpunkt und Rüstungsstandort. Kritiker sehen in der massiven Zerstörung einer weitgehend unverteidigten Stadt eine unverhältnismäßige Maßnahme zu einem Zeitpunkt, als der Krieg faktisch entschieden war.
Die Ereignisse wurden in der Nachkriegszeit sowohl politisch instrumentalisiert als auch propagandistisch ausgeschlachtet – zunächst im nationalsozialistischen Deutschland und später im Kontext des Kalten Krieges. In der Bundesrepublik Deutschland wie auch in der DDR entwickelte sich ein eigenständiger erinnerungskultureller Umgang mit dem 13. Februar.
In der DDR wurde die Zerstörung Dresdens als Mahnmal gegen Krieg und „anglo-amerikanischen Bombenterror“ gedeutet. Der Wiederaufbau erfolgte schrittweise, wobei Teile der Altstadt in vereinfachter Form rekonstruiert wurden. Die Ruine der Frauenkirche blieb bis 1994 als Mahnmal erhalten.
Nach der deutschen Wiedervereinigung begann der originalgetreue Wiederaufbau der Frauenkirche, der 2005 abgeschlossen wurde. Sie gilt heute als Symbol für Versöhnung und Wiederaufbau.
Die Bombardierung Dresdens war Teil der alliierten Luftkriegsstrategie in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Sie führte zu erheblichen zivilen Verlusten und einer weitgehenden Zerstörung des historischen Stadtzentrums. Die historische Einordnung bewegt sich im Spannungsfeld zwischen militärischer Notwendigkeit, ethischer Bewertung und erinnerungskultureller Verarbeitung. Bis heute bleibt Dresden ein zentraler Bezugspunkt in der Diskussion über den Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg.