Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes gehört zu den bekanntesten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs. Kaum ein anderer Orden ist bis heute Gegenstand so vieler historischer Veröffentlichungen, Sammlungen und Diskussionen. Seine Bekanntheit beruht jedoch nicht allein auf seiner Seltenheit, sondern auch auf der intensiven propagandistischen Nutzung während der Zeit des Nationalsozialismus.
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs erneuerte Adolf Hitler am 1. September 1939 das Eiserne Kreuz und führte gleichzeitig das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes als neue Auszeichnungsstufe ein. Es knüpfte gestalterisch an die Tradition des preußischen Eisernen Kreuzes von 1813 an, unterschied sich jedoch durch seine Größe und wurde als Halsorden getragen.
Das Ritterkreuz stand zunächst über dem Eisernen Kreuz I. Klasse. Im Verlauf des Krieges wurden weitere höhere Stufen geschaffen:
Das Ritterkreuz konnte Angehörigen aller Teilstreitkräfte verliehen werden – Heer, Kriegsmarine, Luftwaffe sowie der Waffen-SS. Anders als häufig angenommen war die Auszeichnung grundsätzlich nicht an einen bestimmten Dienstgrad gebunden. Voraussetzung war in der Regel bereits der Besitz des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse sowie eine außergewöhnliche Einzeltat oder eine besonders erfolgreiche Truppenführung. Die endgültige Verleihung erfolgte auf höchster Ebene.
Nach heutiger Forschung wurden zwischen 1939 und 1945 insgesamt 7.313 Ritterkreuze verliehen. Die höheren Stufen blieben deutlich seltener:
Gerade die höheren Stufen zählen heute zu den seltensten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs.
Neben seiner militärischen Funktion spielte das Ritterkreuz eine bedeutende Rolle in der nationalsozialistischen Propaganda. Ausgezeichnete Soldaten wurden häufig in Zeitungen, Wochenschauen und Rundfunksendungen vorgestellt. Viele erhielten Autogrammkarten oder wurden zu öffentlichen Veranstaltungen eingeladen. Ziel war es, sie als Vorbilder für Durchhaltewillen und Opferbereitschaft darzustellen und so die Moral an Front und Heimat zu stärken.
Für Historiker ist daher wichtig, zwischen der tatsächlichen militärischen Auszeichnung und ihrer propagandistischen Instrumentalisierung zu unterscheiden.
Zu den bekanntesten Trägern gehörten unter anderem:
Die Gründe für die Verleihungen reichten von erfolgreicher Truppenführung über außergewöhnliche Einzelleistungen bis hin zu militärischen Erfolgen in Luft- und Seekrieg. Unabhängig davon werden ihre Rollen heute im historischen Kontext differenziert bewertet.
Das Ritterkreuz entsprach in seiner Form dem Eisernen Kreuz, war jedoch größer und wurde an einem schwarz-weiß-roten Halsband getragen. Es bestand aus einem schwarzen Eisenkern mit einem silbernen Rahmen. Die höheren Stufen wurden durch Eichenlaub, Schwerter oder Brillanten ergänzt.
Heute sind Originale begehrte Sammlerstücke der Phaleristik. Aufgrund ihres hohen Wertes existieren zahlreiche Nachfertigungen und Fälschungen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden keine weiteren Ritterkreuze verliehen. Als Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches besitzt das Ritterkreuz heute ausschließlich historischen Charakter.
Für die Geschichtswissenschaft ist es vor allem ein Forschungsgegenstand, der militärische Leistungen, das Auszeichnungswesen sowie die Propagandastrategien des NS-Regimes miteinander verbindet. Eine sachliche Betrachtung erfordert daher stets die Einordnung in den politischen und ideologischen Kontext seiner Entstehungszeit.
Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes zählt zu den bekanntesten militärischen Auszeichnungen des 20. Jahrhunderts. Seine Geschichte ist untrennbar mit dem Zweiten Weltkrieg und dem nationalsozialistischen Herrschaftssystem verbunden. Während der Orden militärische Leistungen würdigen sollte, wurde er zugleich gezielt zur propagandistischen Inszenierung einzelner Soldaten eingesetzt. Gerade diese Verbindung macht das Ritterkreuz heute zu einem wichtigen Gegenstand historischer Forschung und einer differenzierten Auseinandersetzung mit der Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs.