Es war nicht immer „High Noon“, sondern vielmehr „jeder Tag kann der falsche sein“. Wie starb man in der Zeit von rauchenden Colts?
Räumen wir doch mal mit dem typischen Bild eines Hollywood-Shootouts im Wilden Westen auf. Hollywood und so manche Romanheftchenreihe haben uns einen Wilden Westen beschert, der nach Leder, Whiskey und fairen Duellen riecht: zwei Männer, eine staubige Straße, ein Schuss – Abspann.
Die historische Wirklichkeit des 19. Jahrhunderts war weniger Bühnenstück und deutlich mehr Überlebenskampf: Der Tod kam oft nicht aus dem Revolverlauf, sondern aus dem Wasserschöpflöffel, oder durch ein Wagenrad oder eine kalte Nacht ohne Schutz.
Und genau das ist gut belegt: In vielen Frontier-Kontexten – insbesondere auf den großen Auswandererstrecken – dominierten Krankheit, Unfälle und Umwelt die Sterblichkeit deutlich stärker als das berühmt-berüchtigte High-Noon-Duell.
Cowboys „out on the range“ beim Essen am Chuckwagon – Routine, Staub, Arbeit, Erschöpfung. (Foto: Library of Congress)
Genau in diesem Alltag lagen die häufigsten Todesrisiken:
Wagenzug am Wasser: romantisch im Western-Poster, brutal in der Realität. Flussüberquerungen, Erschöpfung, Stürze, Quetschungen und Knochenbrüche – das waren Klassiker, die so manche Reise schnell beendeten. (Foto: Library of Congress)
Hier steckt der „Anti-Hollywood“-Kern: Der Wilde Westen war weniger ein Duellplatz als ein Logistikproblem mit hohen Ausfallraten. Ein falsch gesetzter Schritt, ein scheuendes Tier, ein brechendes Wagenrad – und du warst nicht Held, sondern Eintrag in einem Register.
Cholera – der „Blaue Tod“
Cholera schlug teils brutal schnell zu (Verläufe, die nach wenigen Stunden zum Tod führten, werden in zahlreichen Trail-Tagebüchern beschrieben).
Der Beiname „Blue Death“ ist historisch als Beschreibung der schweren Verläufe (u. a. durch Kreislaufkollaps/Blaufärbung) belegt.
Unzählige Grabkreuze säumen noch heute den Oregon Trail und erzählen die wahre Geschichte der Siedlertrecks und der Pioniere.
Statt „zwei Männer auf leerer Straße“ zeigt sich Deadwood 1888 voller Menschen, Gedränge, Spektakel. Es war der Alltag in einer Boomtown. (Foto: Library of Congress)
In solchen Orten gab es natürlich Gewalt – und nicht zu wenig. Aber die populäre Vorstellung, der Westen sei hauptsächlich durch Duelle mit zwei Pistolen, vierzig Schritt auseinander, um zwölf Uhr mittags, erobert worden, täuscht sich gewaltig. Arbeitsunfälle, Alkoholvergiftung, üble Winter und medizinische Unterversorgung waren wohl eher für die vielen Gräber auf dem Boot Hill der Stadt verantwortlich.
Ja, die Schießereien und Messerstechereien gab es tatsächlich, aber sie fanden meistens direkt in den Saloons, am Pokertisch oder in den Bordellen statt. Die Chancen, von einem Querschläger getroffen zu werden, standen in Städten wie Tombstone, Deadwood, Virginia City usw. nicht schlecht. Mitgehangen, mitgefangen hieß die Devise.
Ein Mann beim Goldwaschen in Alaska: Das ist der Westen, den man riechen kann – kalt, nass, monoton, gefährlich. (Foto der Library of Congress).
Der Goldrausch war ein Magnet, aber er brachte seine eigene „Todesstatistik“ mit: Erschöpfung, Wetterextreme, mangelhafte Versorgung, Infektionen. Der Mythos verkauft Glanz. Die Geschichte liefert Schmutz, Schweiß – und vielfach Tragik. Der ein oder andere beendete seinen Goldrausch mit einer Kugel im Rücken, abgefeuert vom eigenen Companion am Claim oder einem amerikanischen Ureinwohner, der sich nicht unbedingt mit der Buddelei in Mutter Erde einverstanden erklärt hatte.
Selbsttötungen (u. a. durch Gift) – denn der Westen hatte eine dunkle Seite
Das ist kein „Western-Poster-Motiv“, aber historisch real: Selbsttötungen durch opiumbasierte Mittel sind für das 19. Jahrhundert haufenweise belegt. Opiate und Derivate sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts besonders häufig als Suizid-Gifte dokumentiert.
Gewalt gegen Prostituierte (Mord, Misshandlung) – und warum das kein „Saloon-Romantik“-Thema ist
Prostitution war in vielen Boomtowns präsent – und für die betroffenen Frauen oft lebensgefährlich. Historische Dokumente beschreiben ein Leben, das häufig von Gewalt, Sexualkrankheiten und Selbstmord geprägt war.
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