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Blog: Die Legende aus Stahl und Feuer: Die Geschichte der Winchester-Gewehre

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Die Legende aus Stahl und Feuer: Die Geschichte der Winchester-Gewehre

Weshalb ist die Winchester so eine Legende?

Wenn der Name „Winchester“ fällt, denken viele sofort an Westernhelden wie John Wayne. Doch hinter diesem Mythos steckt weit mehr als nur Romantik des Wilden Westens. Die Geschichte der Winchester-Gewehre ist die Geschichte von Amerikas technologischem Ehrgeiz, Erfindungsgeist und Expansion in unbesiedelte Gebiete, also ein Spiegelbild des 19. Jahrhunderts.

Die Wurzeln: (1854–1857)

Bevor das erste Winchester-Gewehr überhaupt existierte, gab es 1855 ein anderes, gescheitertes Waffenunternehmen – –die Volcanic Repeating Arms Company. Einer der Hauptgeldgeber war Oliver Fisher Winchester, ein ehemaliger Hemdenfabrikant aus Boston.

Die Volcanic-Gewehre basierten auf Patronen, die Pulver, Geschoss und Zündladung in einer Einheit enthielten. Doch das Gewehr war unzuverlässig und verkaufte sich schlecht.

Als das Unternehmen 1857 in finanzielle Schwierigkeiten geriet, übernahm Winchester es kurzerhand – und legte damit den Grundstein für etwas viel Größeres.

Die Geburt des Henry-Rifle-Gewehrs (1860)

Winchester beauftragte den talentierten Waffenkonstrukteur Benjamin Tyler Henry, damit dieser das Konzept überarbeitete. Im Jahr 1860 präsentierte Henry ein bahnbrechendes Design: die Henry Rifle, Kaliber .44 Rimfire.

Mit ihrem Unterhebelrepetierer– einem Mechanismus, der nach dem Schuss mit einem Hebel unter dem Abzug neue Patronen in das Patronenlager befördert – konnte man in kürzester Zeit 15 Schuss abgeben. Das kam 1860 einer technischen Revolution gleich.

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) hatten speziell die Unionstruppen zumindest eine kleinere Stückzahl dieser Gewehre, die bedeutend teurer als die gewöhnlichen Musketen waren. Die Soldaten waren begeistert. Es entstand das Zitat: „You can load it on Sunday and shoot all week.“

Doch das Gewehr hatte auch Schwächen, wie z.B. das ständig verschmutzte Magazinrohr.

Die Winchester Repeating Arms Company (1866)

Aufbauend auf seinem Erfolg, wurde 1866 offiziell die Winchester Repeating Arms Company gegründet. Deren erstes Modell hat bis heute Kultstatus. Das Winchester Model 1866 wurde aufgrund des messingfarbenen Rahmens auch Yellow Boy genannt.

Dieses Gewehr hatte ein seitliches Laderöhrchen („loading gate“) und erlaubte das Nachladen ohne Auseinandernehmen des Magazins – eine Innovation, die zum Markenzeichen der Winchester wurde.

Dieses Modell 1866 blieb nicht im Wilden Westen, sondern wurde weltweit exportiert: Mexiko, Frankreich, China und sogar das Osmanische Reich waren Käufer.

Der Western wird geboren: Winchester Model 1873

Wenn es eine Waffe gibt, die den Mythos des Wilden Westens geprägt hat, dann ist es das Winchester Model 1873 – „The Gun That Won the West“.

Das Gewehr erschien auf dem Markt, als Amerika seine Grenzen nach Westen ausdehnte, und war technisch robust und zuverlässig. Das Modell verschoss die .44-40 Winchester Central Fire Cartridge, eine Patrone, die zugleich in Revolvern verwendet werden konnte. So trugen Cowboys oft Gewehr und Pistole mit derselben Munition – ein praktischer Vorteil, der in der rauen Prärie über Leben und Tod entscheiden konnte.

Cowboys, Pioniere und U.S.-Marshals schworen auf das Winchester-1873 Modell. Sie kam in berüchtigten Auseinandersetzungen wie dem Lincoln County War in New Mexico oder in den Indianerkriegen zum Einsatz. Ureinwohner wie die Sioux erbeuteten Winchesters auf den Schlachtfeldern und setzten sie massiv gegen die Kavallerie ein, wie bei der Schlacht am Little Bighorn (1876). Dieses Gewehr war ein Symbol für Macht, Eroberung und Überleben.

Winchester Model 1876

Mit der Expansion Amerikas wuchs der Bedarf an leistungsstärkeren Gewehren. 1876, zum 100. Jubiläum der USA, erschien das Model 1876. Diese Waffe war größer, stärker und verschoss Kaliber bis zu .50–95-Express-Patronen– gedacht für die Jagd auf Bison und Grizzly.

Berühmte Nutzer: Theodore Roosevelt, General Custer, Häuptling Geronimo.

Winchester Model 1886

Das Jahr 1886 markierte einen technologischen Fortschritt. Unter der Leitung des Genies John Moses Browning, einer der größten Waffenkonstrukteure aller Zeiten, entstand eine noch stabilere Mechanik. Das Modell verschoss mächtige Zentralfeuerpatronen wie die .45–70 Government. Patronen für Großwildjäger.

Das 1886er Modell war in Afrika, Kanada und im amerikanischen Westen beliebt. Sie verband Präzision und Kraft wie kein Gewehr zuvor.

Winchester Model 1892

Als Reaktion auf die steigende Beliebtheit von Handfeuerwaffen mit kleinkalibriger Munition konstruierte Browning schließlich im Jahr 1892 das kompaktere Modell 1892.

Sie war leicht und verschoss Patronen wie .44-40 und .38-40. Schauspieler wie John Wayne machten dieses Winchester-Gewehr zu einer Ikone in den Hollywood-Western.

Viele Sheriffs in Arizona, Texas und Nevada führten die 1892er Winchester als Standardwaffe.

Der Sprung ins 20. Jahrhundert: Winchester Model 1894

Das vielleicht berühmteste Gewehr von allen erschien mit dem Winchester Model 1894. Wieder stand der Meister seines Fachs, Browning, hinter der Konstruktion.

Dieses Modell war das erste Gewehr, das die rauchschwache Pulverpatrone (.30-30 Winchester) nutzte. Somit war der Rückstoß genauso wie verschmutzte Gewehrläufe weitgehend unter Kontrolle. Über 7 Millionen Exemplare dieses Gewehrs wurden hergestellt, und die Produktion dauerte über ein ganzes Jahrhundert an!

Dieses Gewehr wurde sogar in beiden Weltkriegen von amerikanischen Jägern und Schützen getragen, die ihre Winchester von zu Hause mitbrachten. Es war das Gewehr, das Generationen von Farmern, Waldarbeitern und Cowboys begleitete – von den Great Plains bis zu den Rocky Mountains.

Winchester und die Weltkriege

Auch wenn Winchester berühmt für ihre Repetiergewehre war, stellte das Unternehmen im 20. Jahrhundert auf Kriegsproduktion um.

Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) produzierte Winchester das Enfield M1917, das amerikanische Standardgewehr für Expeditionstruppen in Europa. Über 2 Millionen Stück wurden davon produziert.

Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) spielte Winchester eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Fertigung des selbstladenden M1 Garand. Man sagte später, dass dieses Gewehr den Krieg gewann.

Zusätzlich fertigte Winchester auch M1 Carbines, Flugzeugwaffen und Munition. Die Fabrik in New Haven, Connecticut, arbeitete damals rund um die Uhr.

Das Nachkriegszeitalter – Winchester zwischen Jagd und Legende

Nach 1945 wandelte sich die Firma erneut – vom Lieferanten militärischer Waffen zum Hersteller für Sport- und Jagdgewehre. Modelle wie die Model 70 festigten den Ruf von Qualität und Präzision. Dieses Modell wurde unter anderem vom US-Militär im Vietnamkrieg (1955–1975) als Scharfschützengewehr genutzt.

Während Hollywood mit Filmen wie Winchester ’73 (1950) und Serien wie The Rifleman den Mythos weiterverbreitete, blieb die Marke ein Symbol amerikanischer Geschichte.

Die Krise und Wiedergeburt

In den 1980er Jahren geriet Winchester aber in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Produktion in New Haven wurde 2006 eingestellt. Doch die Traditionslinie blieb bestehen: Winchester-Gewehre wurden fortan unter Lizenz tatsächlich in Europa, in Belgien und Portugal, von FN Herstal gefertigt. Historische Spezifikationen wurden stets strikt eingehalten.

Heute lebt Winchester weiter – nicht nur im Sammlerwert alter Originale, sondern in neuen Serien wie dem Model 1892 Legacy Edition oder dem Modern Model 94. Beide werden noch immer gefertigt.

Winchester als kulturelles Symbol

Kaum ein Gewehr wird so stark mit einer Ära verbunden wie die Winchester. Sie ist Symbol und Mythos zugleich – das Bindeglied zwischen Mensch, Technik und dem Traum von Unabhängigkeit.

Vom Bürgerkrieg bis zur modernen Jagd, vom Wilden Westen bis zu den Kinosälen Hollywoods blieb die Winchester ein Sinnbild des amerikanischen Geistes: robust, beständig, zielstrebig.

Von der Pionierzeit über die industriellen Revolutionen bis zur Moderne – die Winchester erzählt die Geschichte Amerikas in Stahl. Winchester-Gewehre zeigen, wie Technik, Mut und Unternehmergeist eine ganze Nation prägten.

Ich habe das große Glück, vor Ort solche Legenden recherchieren zu können. Mein besonderer Dank gilt dem Experten für historische Schusswaffen und die Geschichte des Wilden Westens, Mr. Peter Sherayko. Die Fotos zeigen Waffen aus seiner umfassenden Sammlung. Peter Sherayko und seine Firma Caravan West haben unzählige Hollywoodproduktionen mit authentischen Waffen ausgestattet. So auch Modelle der Firma Winchester.

Artikel: Manuela Schneider.

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