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Blog: Die Fallschirmjäger der Wehrmacht Entstehung, Einsatz und historische Einordnung

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Fallschirmjäger
Fallschirmjäger

Die Fallschirmjäger der Wehrmacht

Entstehung, Einsatz und historische Einordnung

Die deutschen Fallschirmjäger zählen zu den bekanntesten Eliteverbänden des Zweiten Weltkrieges. Ihre Geschichte ist eng verbunden mit der Entwicklung des modernen Luftkrieges und dem Versuch, durch überraschende Luftlandeoperationen operative Vorteile zu erzielen. Zugleich steht ihr Einsatz beispielhaft für die militärischen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieser neuen Waffengattung.


Entstehung einer neuen Truppengattung

Die Idee luftbeweglicher Infanterie entstand international bereits in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren. In Deutschland wurde sie nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten gezielt vorangetrieben. Maßgeblich war dabei Hermann Göring, der als Oberbefehlshaber der Luftwaffe auch die Verantwortung für den Aufbau der Fallschirmtruppe übernahm.

1936 wurden die ersten Fallschirmjägereinheiten aufgestellt. Organisatorisch unterstanden sie der Luftwaffe, nicht dem Heer – eine Besonderheit, die sowohl Vorteile (eigene Ausbildung, Ausrüstung) als auch spätere Spannungen mit sich brachte.

Die Ausbildung galt als äußerst anspruchsvoll:

  • Fallschirmsprungausbildung

  • Infanteristische Ausbildung auf hohem Niveau

  • Betonung von Eigeninitiative und Durchhaltefähigkeit

Der Anspruch war klar: Fallschirmjäger sollten als hochmobile Stoßtruppen eingesetzt werden, die Schlüsselstellungen überraschend nehmen und halten konnten.


Frühe Einsätze und der Höhepunkt: 1940–1941

Polen und Norwegen

Im Polenfeldzug 1939 spielten Fallschirmjäger noch eine untergeordnete Rolle. Bedeutender war ihr Einsatz während der Operation „Weserübung“ 1940, bei der sie u. a. Flugplätze und Brücken in Norwegen besetzten – ein früher Beleg für das operative Potenzial von Luftlandetruppen.

Westfeldzug 1940

Im Mai 1940 erreichten die Fallschirmjäger internationale Aufmerksamkeit. Besonders bekannt wurde die Eroberung der belgischen Festung Eben-Emael, die durch den Einsatz von Lastenseglern und Pioniertrupps binnen weniger Stunden kampfunfähig gemacht wurde. Diese Operation galt lange als Musterbeispiel moderner, überraschender Kriegsführung.


Kreta 1941 – Wendepunkt der Luftlandeoperationen

Der größte und zugleich verlustreichste Einsatz der Fallschirmjäger erfolgte im Mai 1941 während der Operation „Merkur“, der Luftlandeschlacht um Kreta.

Erstmals wurde eine große Insel nahezu ausschließlich durch Luftlandetruppen angegriffen. Zwar gelang letztlich die Einnahme Kretas, doch die Verluste waren enorm:

  • Tausende Gefallene und Verwundete

  • Hohe Ausfälle bereits beim Absprung

  • Unzureichende Bewaffnung in der Anfangsphase

Die Schlacht zeigte deutlich die Verwundbarkeit von Fallschirmjägern gegenüber gut vorbereiteten Verteidigern. Adolf Hitler zog daraus die Konsequenz, keine weiteren großangelegten Luftlandeoperationen dieser Art mehr zu genehmigen.


Wandel zur Elite-Infanterie

Nach Kreta veränderte sich der Charakter der Fallschirmjäger grundlegend. Sie wurden zunehmend als konventionelle Eliteinfanterie eingesetzt – oft an Brennpunkten der Front:

  • Ostfront

  • Nordafrika

  • Italien (u. a. Monte Cassino)

  • Westfront 1944/45

Dabei kämpften sie häufig defensiv, unter extremen Bedingungen. Ihre Kampfkraft beruhte weniger auf Luftlandefähigkeiten als auf Ausbildung, Erfahrung und innerem Zusammenhalt.


Ausrüstung und Selbstverständnis

Die Fallschirmjäger entwickelten ein starkes Korpsbewusstsein. Typisch waren:

  • der spezielle Fallschirmjägerhelm

  • Tarnbekleidung (Splittertarn, später Sumpftarn)

  • eigene Abzeichen und Traditionen

Dieses Selbstverständnis trug zur hohen Einsatzbereitschaft bei, verstärkte aber auch den Mythos der „Elite“, der in der Nachkriegszeit kritisch hinterfragt werden muss.


Historische Einordnung

Die Fallschirmjäger der Wehrmacht waren militärisch innovativ und in vielen Situationen taktisch effektiv. Gleichzeitig waren sie integraler Bestandteil eines verbrecherischen Angriffskrieges. Eine moderne historische Betrachtung trennt daher bewusst zwischen:

  • militärischer Leistungsfähigkeit

  • politischem System

  • moralischer Verantwortung

Ihre Geschichte bietet wichtige Erkenntnisse über:

  • die Entwicklung moderner Luftlandekonzepte

  • die Grenzen militärischer Innovation

  • die Wechselwirkung von Technik, Doktrin und Ideologie


Fazit

Die Fallschirmjäger der Wehrmacht stehen exemplarisch für den Wandel moderner Kriegführung im 20. Jahrhundert. Ihr Aufstieg, ihr militärischer Höhepunkt und ihre spätere Rolle als Eliteinfanterie zeigen sowohl die Möglichkeiten als auch die Kosten luftbeweglicher Operationen.

Für Museen, Forschung und historisch interessierte Leser sind sie deshalb weniger als Legende denn als Lehrbeispiel militärischer und politischer Geschichte von bleibender Bedeutung.

 

Wenn Sie mehr über die Deutschen Fallschirmjäger lesen wollen, dann empfehlen wir Ihnen:

"Treue um Treue: Von der Schlacht um Kreta bis in die Ardennen - Deutsche Fallschirmjäger an allen Fronten im 2. Weltkrieg" von Hermann Weinhauer

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Landser im Weltkrieg 10: Operation „Husky“ – Fallschirmjäger der Division “Hermann Göring“ auf Sizilien
von Hermann Weinhauer
Landser im Weltkrieg 17: Grüne Teufel – Deutsche Fallschirmjäger im Kampf um den Klosterberg Monte Cassino
von Konrad von Schliefen
Landser im Weltkrieg – Kreta: Fallschirmjäger im Mittelmeer

  

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