Registrieren Sie sich, um alle Vorteile des Shops zu genießen.

Login
oder
oder neues Konto anlegen
de Deutsch
ќ
Datenschutz: Erforderlich und aktiv (1) = PHPSESSID zur Identifikation. Entscheiden Sie selbst wie Ihre Daten verwendet werden. Consent bar.
Details

Blog: Der erste Panzereinsatz der Geschichte – 15. September 1916

ȭ
Gemini_Generated_Image_c4jd0bc4jd0bc4jd
Gemini_Generated_Image_c4jd0bc4jd0bc4jd

Der erste Panzereinsatz der Geschichte – 15. September 1916

Am Morgen des 15. September 1916 tauchte auf den Schlachtfeldern an der Somme eine neue Waffe auf. Zwischen den zerstörten Dörfern Flers und Courcelette setzten die Briten erstmals gepanzerte Kampffahrzeuge im Gefecht ein. Der Einsatz sollte die Kriegsführung grundlegend verändern.

Seit Beginn des Ersten Weltkriegs hatten sich die Fronten an der Westfront immer stärker in ein System aus Schützengräben, Stacheldraht und Maschinengewehrstellungen verwandelt. Angriffe gegen gut ausgebaute deutsche Stellungen forderten enorme Verluste. Eine neue Waffe sollte helfen, diese Hindernisse zu überwinden: der Panzer.

Eine ungewöhnliche Waffe

Das britische Fahrzeug trug die Bezeichnung Mark I. Die Bezeichnung „Tank“ war ursprünglich als Tarnbegriff verwendet worden und sollte den Eindruck erwecken, es handele sich bei den Fahrzeugen um Wassertanks.

Der Mark I war ein gewaltiges, beinahe 30 Tonnen schweres Kettenfahrzeug. Seine ungewöhnliche Rautenform war darauf ausgelegt, Schützengräben und Hindernisse zu überwinden. Die Fahrzeuge waren mit Maschinengewehren oder – bei der sogenannten „Male“-Version – zusätzlich mit 6-Pfünder-Geschützen bewaffnet.

Technisch waren die ersten Panzer allerdings alles andere als ausgereift. Sie waren langsam, schwer zu steuern und mechanisch äußerst anfällig. Der Einsatz auf dem von Granaten zerfurchten Gelände der Somme stellte deshalb eine enorme Belastung für Fahrzeuge und Besatzungen dar.

49 Panzer für den ersten Angriff

Für die Offensive bei Flers-Courcelette waren insgesamt 49 Mark-I-Panzer vorgesehen. Doch schon auf dem Weg zu ihren Ausgangsstellungen zeigte sich eines der größten Probleme der neuen Waffe: die Technik.

Viele Fahrzeuge blieben wegen mechanischer Defekte liegen oder versanken in Granattrichtern und Schlammlöchern. Nach Angaben des Tank Museum erreichten lediglich 32 Panzer ihre Ausgangsstellungen; nur 18 gingen schließlich tatsächlich in den Angriff.

Damit war der erste Panzereinsatz von Beginn an von erheblichen Ausfällen geprägt.

Trotzdem rückten die Fahrzeuge am frühen Morgen des 15. September vor.

„Daredevil“ eröffnet ein neues Kapitel

Einer der Männer, die an diesem Morgen Geschichte schrieben, war Captain Harold Mortimore. Er kommandierte den Mark I „Daredevil“.

Gegen 5.15 Uhr überquerte Mortimore mit seiner Besatzung das Niemandsland. Damit wurde „Daredevil“ zum ersten Panzer, der überhaupt in einem Krieg zum Einsatz kam. Der Panzer griff deutsche Stellungen bei Delville Wood an und unterstützte anschließend den britischen Angriff in Richtung Flers.

Für die deutschen Soldaten bot sich ein völlig ungewohntes Bild. Zwischen den Granattrichtern bewegten sich plötzlich gepanzerte Fahrzeuge, die sich von Gewehr- und Maschinengewehrfeuer kaum aufhalten ließen. Gleichzeitig konnten die Panzer Stacheldraht überwinden und einige Gräben überqueren.

Die psychologische Wirkung war beträchtlich. Für viele deutsche Soldaten war die Begegnung mit diesen Maschinen ebenso überraschend wie beunruhigend.

Zwischen Hoffnung und technischem Versagen

Der erste Einsatz zeigte jedoch auch sehr schnell die Grenzen der neuen Waffe.

Die Panzer waren langsam und hatten Schwierigkeiten, mit der vorrückenden Infanterie Schritt zu halten. Granattrichter, Gräben und weicher Boden stellten große Hindernisse dar. Hinzu kamen Motor- und Getriebeprobleme.

Auch „Daredevil“ konnte ihren Einsatz nicht lange fortsetzen. Nachdem der Panzer erfolgreich deutsche Stellungen angegriffen hatte, wurde er durch Artilleriefeuer außer Gefecht gesetzt. Die Besatzung überlebte.

Der erste Panzereinsatz war deshalb keineswegs der erwartete Durchbruch. Die wenigen einsatzfähigen Fahrzeuge konnten die Schlacht nicht allein entscheiden.

Dennoch ein Wendepunkt

Militärisch blieb die Wirkung des ersten Panzereinsatzes begrenzt. Die britische Infanterie konnte ihre Ziele teilweise erreichen und Flers und Courcelette wurden eingenommen, doch der erhoffte große Durchbruch blieb aus.

Trotzdem war der 15. September 1916 ein Wendepunkt der Militärgeschichte.

Zum ersten Mal hatte eine Armee versucht, gepanzerte, geländegängige Fahrzeuge systematisch zur Unterstützung eines Angriffs einzusetzen. Die Erfahrungen von Flers-Courcelette zeigten sowohl die Möglichkeiten als auch die Schwächen des Konzepts.

Noch waren Panzer langsam, unzuverlässig und in geringer Zahl vorhanden. Doch die grundsätzliche Idee hatte sich bewährt: Ein gepanzertes Fahrzeug konnte Maschinengewehrfeuer widerstehen, Stacheldraht überwinden und Infanterie bei einem Angriff unterstützen.

Vom Experiment zur Waffe

Die Entwicklung des Panzers war damit erst am Anfang. Aus den Erfahrungen des Jahres 1916 entstanden neue Konstruktionen und neue taktische Überlegungen. In den folgenden Jahren sollten Panzer immer häufiger auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs erscheinen.

Aus den schwerfälligen Maschinen von Flers-Courcelette entwickelte sich schließlich eine neue Kategorie von Waffen, die das Gesicht der modernen Kriegsführung nachhaltig verändern sollte.

Der 15. September 1916 markiert deshalb weit mehr als einen einzelnen Angriff an der Somme. An diesem Tag betrat der Panzer das Schlachtfeld – und mit ihm begann ein neues Kapitel der Militärgeschichte.

Datenschutzerklärung | Impressum | Adalize | MK1 8.9.19 | RegNr. 18443 | use-media Œ
û