Als die Briten im September 1916 erstmals ihre Tanks gegen deutsche Stellungen einsetzten, wurde schnell deutlich, dass mit den gepanzerten Kettenfahrzeugen eine neue Waffe auf den Schlachtfeldern erschienen war. Auch das deutsche Heer begann daraufhin mit der Entwicklung eigener Panzerfahrzeuge. Das Ergebnis war der A7V, der erste deutsche Kampfpanzer des Ersten Weltkriegs.
Der A7V war ein gewaltiges Fahrzeug. Er war etwa 7,35 Meter lang, 3,06 Meter breit und rund 3,35 Meter hoch. Je nach Ausstattung brachte er ungefähr 30 Tonnen auf die Waage.
Angetrieben wurde der A7V von zwei Daimler-Motoren mit jeweils 100 PS. Seine Höchstgeschwindigkeit lag auf der Straße bei ungefähr 16 km/h, im Gelände war er jedoch deutlich langsamer.
Die auffällige Konstruktion besaß einen hohen, kastenförmigen Aufbau. Anders als die britischen Tanks war der A7V nicht vollständig auf ein umlaufendes Kettenlaufwerk gesetzt. Die Ketten waren vergleichsweise kurz, was seine Geländegängigkeit einschränkte.
Die Hauptbewaffnung bestand aus einer 57-mm-Kanone, die im vorderen Bereich des Fahrzeugs eingebaut war. Dazu kamen bis zu sechs Maschinengewehre, die rund um den Kampfraum angeordnet waren.
Besonders ungewöhnlich war die große Besatzung. Bis zu 18 Soldaten konnten sich im Fahrzeug befinden. Für die Männer waren die Bedingungen alles andere als komfortabel. Der Innenraum war eng, laut und heiß. Motorenlärm, Abgase und die Erschütterungen während der Fahrt machten den Einsatz zusätzlich belastend.
Die Kommunikation innerhalb des Fahrzeugs war schwierig. Funkgeräte standen für den A7V nicht zur Verfügung. Befehle mussten deshalb innerhalb des Fahrzeugs mündlich weitergegeben werden.
Im Gegensatz zu den britischen Tanks wurde der A7V niemals in großen Stückzahlen produziert. Insgesamt entstanden lediglich 20 Exemplare.
Damit konnte der A7V auf dem Schlachtfeld niemals eine vergleichbare Bedeutung erreichen wie die später in großer Zahl eingesetzten alliierten Panzer.
Das lag nicht nur an der begrenzten Produktionszahl. Auch die Konstruktion selbst hatte Schwächen. Der hohe Aufbau machte den A7V zu einem auffälligen Ziel, während die eingeschränkte Geländegängigkeit den Einsatz auf dem von Granaten zerfurchten Gelände der Westfront erschwerte.
Seinen ersten Einsatz erlebte der A7V am 21. März 1918 während der deutschen Frühjahrsoffensive. Mehrere Fahrzeuge wurden zur Unterstützung der deutschen Infanterie eingesetzt.
Die Erfahrungen waren gemischt. Die Panzer konnten ihre Feuerkraft und ihren Schutz gegen Handfeuerwaffen ausspielen, gleichzeitig machten technische Probleme und schwieriges Gelände den Besatzungen zu schaffen.
Besonders bekannt wurde der A7V wenige Wochen später.
Am 24. April 1918 kam es bei Villers-Bretonneux zu einem der berühmtesten Panzergefechte des Ersten Weltkriegs.
Deutsche A7V trafen auf britische Tanks. Dabei standen sich erstmals in der Geschichte gepanzerte Kampffahrzeuge in einem direkten Gefecht gegenüber.
Der A7V konnte mit seiner 57-mm-Kanone den britischen Tanks gefährlich werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass die unterschiedlichen Konstruktionen jeweils eigene Vor- und Nachteile besaßen.
Das Gefecht bei Villers-Bretonneux wurde damit zu einem wichtigen Meilenstein in der Geschichte der Panzerwaffe.
Der A7V blieb nur für kurze Zeit auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs. Seine geringe Stückzahl und die technischen Schwierigkeiten verhinderten einen größeren Einsatz.
Hinzu kam, dass Deutschland gegen Ende des Krieges unter erheblichen wirtschaftlichen und materiellen Problemen litt. Eine umfangreiche Panzerproduktion wie bei den Alliierten konnte nicht aufgebaut werden.
Nach dem Waffenstillstand im November 1918 verschwanden die deutschen A7V schließlich wieder von den Schlachtfeldern. Die wenigen gebauten Fahrzeuge wurden größtenteils verschrottet oder gingen verloren.
Der A7V war technisch keineswegs ein perfekter Panzer. Er war schwerfällig, hoch und in schwierigem Gelände problematisch. Mit nur 20 gebauten Fahrzeugen blieb sein militärischer Einfluss begrenzt.
Seine historische Bedeutung ist dennoch groß.
Der A7V war Deutschlands erster serienmäßig gebauter und im Gefecht eingesetzter Kampfpanzer. Mit ihm sammelte das deutsche Heer erstmals praktische Erfahrungen mit gepanzerten Kampffahrzeugen.
Die Geschichte der deutschen Panzerwaffe begann damit nicht erst im Zweiten Weltkrieg. Ihr erster deutscher Vertreter rollte bereits 1918 über die Schlachtfelder der Westfront.