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Blog: Der 20. Juli 1944 - Es lebe das heilige Deutschland

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Walküre
Walküre

Der 20. Juli 1944 – Das Attentat auf Hitler und der deutsche Widerstand

Am 20. Juli 1944 um 12:42 Uhr erschüttert eine Explosion das Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ in Ostpreußen. Was zunächst wie ein Anschlag erscheint, entwickelt sich innerhalb weniger Stunden zu einem der bedeutendsten Ereignisse der deutschen Zeitgeschichte. Hinter dem Attentat steht eine Gruppe von Offizieren, Beamten und Zivilisten, die das nationalsozialistische Regime stürzen und den Krieg beenden wollen.

Der Weg zum Widerstand

Im Sommer 1944 befindet sich das Deutsche Reich militärisch in einer aussichtslosen Lage. Im Osten hat die Rote Armee mit der Operation Bagration die deutsche Heeresgruppe Mitte zerschlagen. Im Westen kämpfen die Alliierten nach der Landung in der Normandie um den Ausbruch aus ihren Brückenköpfen. Viele Angehörige der militärischen Führung erkennen, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist.

Doch der Widerstand gegen Adolf Hitler entsteht nicht erst in den letzten Kriegsmonaten. Bereits seit den 1930er-Jahren gibt es Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, die sich dem NS-Regime entgegenstellen – darunter Geistliche, Gewerkschafter, Sozialdemokraten, Konservative, Studenten und Offiziere. Ihre Motive sind vielfältig: moralische Überzeugung, christlicher Glaube, patriotisches Verantwortungsgefühl oder die Erkenntnis, dass Hitlers Politik Deutschland in die Katastrophe führt.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

Eine zentrale Rolle übernimmt Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Als Generalstabsoffizier besitzt er Zugang zu Hitler und wird zu einer Schlüsselfigur der Verschwörung.

Stauffenberg ist im Afrikafeldzug schwer verwundet worden. Er verliert seine rechte Hand sowie zwei Finger der linken Hand und erblindet auf einem Auge. Trotz dieser schweren Verletzungen kehrt er in den Dienst zurück. Seine Erfahrungen an den Fronten und seine Kenntnis der nationalsozialistischen Verbrechen bestärken ihn in der Überzeugung, dass Hitler beseitigt werden muss.

Das Attentat in der Wolfsschanze

Am Vormittag des 20. Juli fliegt Stauffenberg in das Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ bei Rastenburg. In seiner Aktentasche befindet sich ein Sprengsatz mit Zeitzünder.

Kurz vor Beginn der Lagebesprechung gelingt es ihm, die Bombe zu aktivieren. Wegen Zeitdrucks kann allerdings nur einer von zwei vorgesehenen Sprengsätzen scharf gemacht werden. Anschließend stellt Stauffenberg die Aktentasche möglichst nah an Hitler unter den Kartentisch und verlässt unter einem Vorwand den Besprechungsraum.

Um 12:42 Uhr detoniert der Sprengsatz. Vier Menschen sterben, zahlreiche weitere werden verletzt. Hitler überlebt jedoch mit vergleichsweise leichten Verletzungen. Eine massive Tischplatte sowie die Verlegung der Besprechung aus einem Bunker in eine leichter gebaute Holzbaracke verringern die Wirkung der Explosion erheblich.

"Operation Walküre"

Während Stauffenberg nach Berlin zurückfliegt, beginnt dort die Umsetzung des Staatsstreichplans. Unter dem Decknamen "Operation Walküre" wollen die Verschwörer die Kontrolle über Heer, Verwaltung und Polizei übernehmen. Ursprünglich dient Walküre als Notfallplan zur Niederschlagung innerer Unruhen, wird von den Verschwörern jedoch für den geplanten Regierungswechsel umfunktioniert.

Da zunächst unklar ist, ob Hitler tatsächlich tot ist, entstehen Verzögerungen. Als schließlich die Nachricht eintrifft, dass Hitler den Anschlag überlebt hat, bricht der Putsch rasch zusammen. Viele militärische Dienststellen verweigern den Befehlen der Verschwörer die Gefolgschaft.

Das Scheitern und seine Folgen

Noch in der Nacht zum 21. Juli werden Claus Schenk Graf von Stauffenberg, General Friedrich Olbricht, Oberst Albrecht Mertz von Quirnheim und Oberleutnant Werner von Haeften im Hof des Berliner Bendlerblocks erschossen.

In den folgenden Wochen beginnt eine umfassende Verhaftungswelle. Mehr als 7.000 Menschen geraten in den Fokus der Gestapo. Rund 5.000 von ihnen werden verhaftet; etwa 200 Beteiligte oder mutmaßliche Unterstützer werden nach Verfahren vor dem Volksgerichtshof oder ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Viele Angehörige der Verschwörer werden im Rahmen der sogenannten Sippenhaft ebenfalls verfolgt.

Der 20. Juli in der Erinnerungskultur

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der 20. Juli unterschiedlich bewertet. Während die Verschwörer in der DDR lange Zeit vor allem als Vertreter konservativer Eliten dargestellt werden, entwickelt sich in der Bundesrepublik Deutschland zunehmend die Anerkennung ihres Handelns als Ausdruck des deutschen Widerstands gegen die nationalsozialistische Diktatur.

Heute gilt der 20. Juli 1944 als wichtiges Symbol für Verantwortung, Gewissensentscheidung und den Mut, sich einem verbrecherischen Regime entgegenzustellen. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Berliner Bendlerblock erinnert an die Männer und Frauen, die ihr Leben im Kampf gegen die NS-Diktatur verloren.

Historische Einordnung

Historiker weisen darauf hin, dass die Gruppe des 20. Juli keine einheitliche politische Bewegung war. Die Verschwörer verfolgten unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Staatsordnung Deutschlands. Ein gemeinsames Ziel verband sie jedoch: die Beendigung der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges.

Das Attentat scheiterte militärisch und politisch. Dennoch besitzt der 20. Juli bis heute eine herausragende historische Bedeutung. Er zeigt, dass es innerhalb Deutschlands Menschen gab, die bereit waren, unter größtem persönlichem Risiko Widerstand gegen die Diktatur zu leisten – auch wenn dieser Widerstand letztlich den Verlauf des Krieges nicht mehr verändern konnte.

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