Gestaltet wurde das Kreuz von dem Architekten Karl Friedrich Schinkel. Die schlichte Form eines schwarzen Tatzenkreuzes mit silbernem Rand hob sich bewusst von prunkvollen Orden anderer europäischer Staaten ab. Das Material – Eisen – sollte zudem den Opfergeist der Bevölkerung symbolisieren.
Das Eiserne Kreuz war keine dauerhaft verliehene Auszeichnung, sondern wurde jeweils zu Zeiten großer Kriege „reaktiviert“. Nach 1813 geschah dies erneut im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 unter Wilhelm I..
In dieser Phase wurde das Kreuz endgültig zu einem gesamtdeutschen Symbol militärischer Tapferkeit. Es existierte bereits in verschiedenen Klassen, darunter das Eiserne Kreuz II. Klasse und I. Klasse sowie das Großkreuz für höchste militärische Führungsleistungen.
Im Erster Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz erneut massenhaft verliehen. Millionen Soldaten erhielten die II. Klasse, während die I. Klasse deutlich seltener blieb.
Eine bekannte historische Figur, die beide Klassen erhielt, war Adolf Hitler, damals noch Gefreiter. Diese Tatsache sollte später propagandistisch ausgeschlachtet werden.
Die enorme Zahl an Verleihungen führte allerdings auch zu einer gewissen „Inflation“ der Auszeichnung, wodurch ihre Exklusivität teilweise litt.
Mit Beginn des Zweiter Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz 1939 erneut gestiftet – diesmal mit einer entscheidenden Änderung: In der Mitte des Kreuzes wurde das Hakenkreuz eingefügt.
Zusätzlich wurde eine neue, höhere Stufe geschaffen: das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das in mehreren Abstufungen existierte und zu einer der bekanntesten deutschen Kriegsauszeichnungen wurde.
Während des Krieges entwickelte sich das Eiserne Kreuz zunehmend auch zu einem propagandistischen Symbol des NS-Regimes.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Eiserne Kreuz in seiner bisherigen Form nicht weiterverwendet. Die nationalsozialistische Symbolik machte eine Fortführung unmöglich.
In der jungen Bundesrepublik Deutschland kam es jedoch zu einer differenzierten Neubewertung. 1957 wurde Veteranen erlaubt, ihre Auszeichnungen in „entnazifizierter“ Form zu tragen – das Hakenkreuz wurde dabei entfernt und durch Eichenlaub ersetzt.
Heute lebt das Eiserne Kreuz nicht mehr als Orden fort, sondern als Symbol. Die Bundeswehr verwendet seit ihrer Gründung 1955 eine stilisierte Form des Eisernen Kreuzes als Hoheitszeichen auf Fahrzeugen und Flugzeugen.
Im Jahr 2008 wurde zudem das Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit eingeführt – eine moderne Auszeichnung, die in gewisser Weise an die ursprüngliche Idee des Eisernen Kreuzes anknüpft, ohne dessen historische Belastung zu übernehmen.
Das Eiserne Kreuz ist heute ein ambivalentes Symbol. Einerseits steht es für militärische Tapferkeit und eine lange Tradition preußisch-deutscher Militärkultur. Andererseits ist es untrennbar mit den dunklen Kapiteln deutscher Geschichte verbunden, insbesondere mit dem Nationalsozialismus.
In der historischen Forschung wird das Eiserne Kreuz daher nicht nur als militärische Auszeichnung betrachtet, sondern auch als Spiegel politischer Systeme und gesellschaftlicher Werte im Wandel der Zeit.
Vom preußischen Tapferkeitsorden über ein Massenabzeichen zweier Weltkriege bis hin zum heutigen Symbol der Bundeswehr: Das Eiserne Kreuz hat eine einzigartige Entwicklung durchlaufen. Seine Geschichte zeigt, wie eng militärische Auszeichnungen mit Politik, Ideologie und gesellschaftlichem Wandel verknüpft sein können.