Was im Sommer 1942 als deutsche Großoffensive im Süden der Sowjetunion begonnen hatte, endete in einer strategischen Katastrophe. Die Einnahme Stalingrads – benannt nach dem sowjetischen Diktator – hatte sowohl militärische als auch enorme symbolische Bedeutung. Die Kämpfe in der Stadt entwickelten sich zu einem erbitterten Häuser- und Straßenkrieg, bei dem Frontlinien oft durch einzelne Räume oder Stockwerke verliefen.
Am 19. November 1942 leitete die Rote Armee mit der Operation „Uranus“ ihre große Gegenoffensive ein. Innerhalb weniger Tage wurden die deutschen Flanken durchbrochen, die rumänischen Verbände zerschlagen und die 6. Armee eingeschlossen. Rund 250.000 deutsche und verbündete Soldaten saßen nun im Kessel fest.
Trotz der aussichtslosen Lage untersagte Adolf Hitler den Ausbruch. Die 6. Armee sollte Stalingrad „halten“ und versprach sich Versorgung aus der Luft. Doch die Realität sah anders aus: Die Luftwaffe war nicht in der Lage, auch nur annähernd den notwendigen Nachschub zu liefern. Munition, Lebensmittel und vor allem Winterausrüstung fehlten. Krankheiten, Erfrierungen und Erschöpfung forderten täglich neue Opfer.
Am 30. Januar 1943 ernannte Hitler Generaloberst Friedrich Paulus zum Generalfeldmarschall – in der unausgesprochenen Erwartung, dass ein Feldmarschall sich niemals ergeben würde. Paulus jedoch entschied anders.
Am 31. Januar 1943 kapitulierten die deutschen Truppen im südlichen Kessel. Zwei Tage später, am 2. Februar, legten auch die letzten Verbände im nördlichen Kessel die Waffen nieder. Damit endete die Schlacht von Stalingrad endgültig.
Von den ursprünglich eingeschlossenen Soldaten gingen etwa 90.000 Mann in sowjetische Kriegsgefangenschaft – darunter 22 Generäle. Nur ein Bruchteil von ihnen sollte Jahre später in die Heimat zurückkehren.
Stalingrad war mehr als eine militärische Niederlage. Es war ein psychologischer Schock für das Deutsche Reich und ein Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Erstmals war eine komplette deutsche Armee vernichtet worden. Der Mythos der Unbesiegbarkeit der Wehrmacht war gebrochen.
Für die Sowjetunion hingegen wurde Stalingrad zum Symbol des Widerstands und der Opferbereitschaft. Der Sieg stärkte das Selbstbewusstsein der Roten Armee und leitete eine Serie von Offensiven ein, die letztlich bis nach Berlin führen sollten.
Der 2. Februar 1943 steht bis heute für das Ende einer Illusion – und für das Leid hunderttausender Soldaten auf beiden Seiten. Stalingrad mahnt: militärischer Größenwahn, ideologische Verblendung und die Missachtung menschlichen Lebens führen unausweichlich in die Katastrophe.
Es ist ein Datum, das erinnert – nicht an Ruhm, sondern an Verlust, Verantwortung und die bitteren Konsequenzen des Krieges.
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